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Adipositas und Übergewicht in der Schweiz: Prävalenz, Statistik und Unterstützung

Wie häufig sind Übergewicht und Adipositas in der Schweiz? Die derzeit neuesten landesweit verfügbaren Daten zeigen, dass beide weit verbreitet sind. Diese Übersicht ordnet die Schweizer Zahlen ein, erklärt den Body-Mass-Index (BMI), beleuchtet Übergewicht und Adipositas bei Kindern und zeigt, und gibt Hinweise darauf, wann ein Gespräch mit einer medizinischen Fachperson sinnvoll sein kann.

3 min. Lesezeit
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Stine Schrøder und Familie, Leben mit Adipositas, Dänemark

Übergewicht und Adipositas in der Schweiz: aktuelle Statistik

Die derzeit neuesten landesweit verfügbaren Daten für die Bevölkerung ab 15 Jahren stammen aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2022. Die wichtigsten gerundeten Zahlen sind:

  • 43 Prozent der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren in Privathaushalten wurden gemäss BMI den Kategorien Übergewicht oder Adipositas zugeordnet. Davon entfielen 31 Prozent auf Übergewicht und 12 Prozent auf Adipositas.
  • Bei Männern lag der gemeinsame Anteil von Übergewicht und Adipositas bei 52 Prozent, bei Frauen bei 34 Prozent.
  • Mit Adipositas lebten rund 13 Prozent der Männer und 11 Prozent der Frauen.

Die Entwicklung ist differenziert zu betrachten. Der Anteil der Personen mit Adipositas stieg von rund 5 Prozent im Jahr 1992 auf 12 Prozent im Jahr 2022. Der gemeinsame Anteil von Übergewicht und Adipositas hat sich dagegen seit 2012 weitgehend stabilisiert.

Diese Statistik beschreibt Bevölkerungsgruppen. Sie sagt nicht aus, wie gesund eine einzelne Person ist, welche Beschwerden vorliegen oder welche Unterstützung individuell sinnvoll sein könnte.

Die Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung beruhen auf Selbstangaben zu Körpergewicht und Körpergrösse. Erfasst wurden Personen ab 15 Jahren, die in Privathaushalten leben. Personen in Institutionen sind nicht Teil dieser Erhebung. Für Vergleiche mit anderen Schweizer oder internationalen Statistiken sind deshalb insbesondere Datenjahr, Altersgruppe, Erhebungsmethode und verwendete Definition zu beachten.

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Adipositas in der Schweiz


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Was ist der Unterschied zwischen Übergewicht und Adipositas?

Für Erwachsene ab 18 Jahren wird der BMI berechnet, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergrösse in Metern geteilt wird:

BMI = Körpergewicht in kg ÷ Körpergrösse in m2

Ein BMI von 25 bis 29,9 wird bei Erwachsenen als Übergewicht eingeordnet. Ab einem BMI von 30 spricht man von Adipositas. Für Jugendliche gelten alters- und geschlechtsspezifische Schwellenwerte.

Der BMI ist ein verbreiteter Orientierungswert, bildet die individuelle Gesundheit jedoch nicht vollständig ab. Als indirektes Mass berücksichtigt er insbesondere die Körperzusammensetzung, etwa den Anteil von Fett- und Muskelmasse, sowie die Körperfettverteilung und individuelle gesundheitliche Faktoren nur unzureichend. Weitere Angaben und Untersuchungen können deshalb für eine persönliche medizinische Beurteilung wichtig sein.

BMI Berechnung


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Übergewicht bei Kindern in der Schweiz

Für Kinder gelten nicht dieselben festen BMI-Grenzwerte wie für Erwachsene. Körpergrösse und Körperzusammensetzung verändern sich während des Wachstums. Deshalb wird der BMI bei Kindern anhand alters- und geschlechtsspezifischer Referenzkurven eingeordnet.

In der landesweiten Schweizer Erhebung von 2023 wurden 11,9 Prozent der 6- bis 12-Jährigen als mit Übergewicht und 2,7 Prozent als mit Adipositas eingeordnet. Die Anteile blieben im Vergleich zu früheren Erhebungen relativ stabil.

Eltern und Betreuungspersonen sollten Wachstum und Gewicht eines Kindes nicht allein anhand einer Online-Berechnung beurteilen. Bei Fragen zu Wachstum, Gewicht, Essverhalten oder Wohlbefinden kann eine kinderärztliche oder andere qualifizierte fachliche Einschätzung helfen, die individuellen Umstände besser einzuordnen.

Adipositas ist komplex und keine Frage der Schuld

Adipositas ist eine chronische, multifaktorielle Erkrankung. Das Körpergewicht kann durch das Zusammenspiel vieler Faktoren beeinflusst werden. Dazu gehören unter anderem genetische und biologische Voraussetzungen, Ess- und Bewegungsmuster, Schlaf, Stress, bestimmte Medikamente sowie soziale und umweltbezogene Bedingungen. Eine einzelne Ursache lässt sich deshalb nicht bei jeder Person bestimmen.

Ernährung und Bewegung sind wichtige Bestandteile der Gesundheit, erklären Adipositas aber nicht allein. Vereinfachende Aussagen über Disziplin oder Willenskraft können stigmatisieren und Menschen davon abhalten, gesundheitliche Fragen anzusprechen. Deswegen ist eine respektvolle, empathische und nicht stigmatisierende Betreuung ist daher besonders wichtig.

Weitere allgemeine Informationen zum Zusammenspiel verschiedener Faktoren finden Sie im Beitrag Adipositas: eine komplexe Erkrankung mit vielen Ursachen.

Mit welchen gesundheitlichen Risiken kann Adipositas verbunden sein?

Übergewicht und insbesondere Adipositas sind auf Bevölkerungsebene mit einem erhöhten Risiko für verschiedene nichtübertragbare Erkrankungen verbunden. Dazu zählen unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, bestimmte Krebsarten und Erkrankungen des Bewegungsapparats. Zudem bestehen Zusammenhänge mit psychischer Gesundheit und Lebensqualität.

Das bedeutet nicht, dass jede Person mit Übergewicht oder Adipositas eine dieser Erkrankungen entwickelt. Das persönliche Risiko hängt von vielen Faktoren ab und kann nicht allein anhand des Körpergewichts oder BMI beurteilt werden.Eine fachliche Abklärung kann helfen, persönliche Risikofaktoren, bestehende Beschwerden und mögliche Begleiterkrankungen zu erfassen.

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Metrisches System / Englisches System

Unterstützung und Gesprächsvorbereitung

Die Statistik zu Adipositas in der Schweiz zeigt, wie verbreitet Übergewicht und Adipositas sind. Sie ersetzt jedoch keine individuelle medizinische Beurteilung.

Wer Fragen zum eigenen Gewicht, zu Beschwerden oder zu möglichen gesundheitlichen Risiken hat, kann diese mit einer Hausärztin, einem Hausarzt, einer Kinderärztin, einem Kinderarzt oder einer anderen qualifizierten Gesundheitsfachperson besprechen.

Allgemeine Hinweise zur Vorbereitung eines Gesprächs finden Sie im Beitrag 10 mögliche Fragen für ein Gespräch über Adipositas.

Diese allgemeinen Informationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung oder Diagnose. Welche Untersuchungen oder Massnahmen im Einzelfall geeignet sind, kann nur nach einer persönlichen fachlichen Beurteilung entschieden werden.
Quellen
  • Bundesamt für Statistik. Übergewicht oder Adipositas bei 43 % der Bevölkerung – Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022. Veröffentlicht am 21. November 2024. BFS-Medienmitteilung. Zugriff: 28. August 2026.
  • Bundesamt für Gesundheit und Schweizerisches Gesundheitsobservatorium. Übergewicht und Adipositas (Alter: 15+). MonAM-Indikator. Zuletzt aktualisiert am 23. Januar 2025. MonAM-Indikator für Personen ab 15 Jahren. Zugriff: 28. August 2026.
  • World Health Organization. Obesity and overweight. Aktualisiert am 8. Dezember 2025. WHO Fact Sheet. Zugriff: 28. August 2026.
  • Bundesamt für Gesundheit und Schweizerisches Gesundheitsobservatorium. Übergewicht und Adipositas (Alter: 6–12). MonAM-Indikator. Zuletzt aktualisiert am 19. Februar 2025. MonAM-Indikator für 6- bis 12-Jährige. Zugriff: 28. August 2026.
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