Der Menopause-Shift: Wie Übergewicht und Adipositas die Erfahrung verändern kann
5 min. Lesezeit
Die Wechseljahre ist ein natürlicher, biologischer Lebensabschnitt für Frauen. Sie findet in der Regel im Alter zwischen 45 und 55 Jahren statt, obwohl sowohl das Alter als auch die Erfahrung der Menopause von Person zu Person variieren können. Als Teil des biologischen Prozesses erleben viele Frauen in den Wechseljahren eine Gewichtsverlagerung. Nahezu 40% der Frauen zwischen 45 und 64 Jahre in der Schweiz sind von Übergewicht oder Adipositas betroffen.
Nova Bjerregard und Birthe Christiansen, Leben mit Adipositas, Dänemark
Was ist Ihr Hauptmotivation Ihr Übergewicht anzugehen?
Toll! Es geht nicht darum, eine Zahl zu erreichen, sondern darum, dass Sie sich langfristig gesünder und wohler fühlen.
Vielleicht haben Sie ein Wunschgewicht im Kopf. Kleine Fortschritte machen einen Unterschied — für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden.
Das Thema Stigmatisierung von Übergewicht in unserer Gesellschaft besteht seit Langem – ändern sich die Wahrnehmungen aber?
Für Frauen in den Wechseljahren ist es wichtig, diesen Zusammenhang mit Übergewicht und Adipositas zu verstehen, da die Art und Weise, wie unser Körper Gewicht trägt, Auswirkungen auf unsere langfristige Gesundheit haben kann. Ohne Aufklärung zu diesem Thema könnten Frauen Unterstützung verpassen.
Trotz der Notwendigkeit, mehr über dieses Thema zu sprechen, insbesondere mit Fachleuten, zeigen Statistiken aus einer britischen Studie, dass fast die Hälfte (45%) der Frauen nicht mit ihrem Arzt über ihre Wechseljahresbeschwerden gesprochen hat. Bei Frauen, die mit Adipositas leben, können Erfahrungen mit Gewichtsstigmatisierung die Wahrscheinlichkeit verringern, mit einem Arzt zu sprechen – was zu einem Gefühl der Isolation führen kann und professionelle Unterstützung verhindern kann. Ein Gespräch anzufangen ist nicht immer einfach, mit diesen Fragen könnten Sie aber es versuchen.
Dieser Artikel zielt darauf ab, den Zusammenhang zwischen Adipositas, Wechseljahren und Gesundheit aufzuschlüsseln, um Frauen und ihren Angehörigen zu helfen, sich besser gerüstet und befähigt zu fühlen, fundierte Entscheidungen rund um Gesundheit zu treffen.
Die Phasen der Wechseljahre, eine Zusammenfassung
Typischerweise wird die Menopause in die folgenden Phasen unterteilt:
Prämenopause: Dies bezieht sich auf die Zeit, in der eine Frau regelmässige Menstruationszyklen erlebt, die typischerweise im Teenageralter beginnen und bis zum Beginn der Perimenopause dauern
Perimenopause: Diese Phase kann mehrere Jahre dauern und endet etwa 12 Monate nach der letzten Menstruation. Frauen können in dieser Phase Veränderungen wie unregelmässige Zyklen und typische Beschwerden der Menopause, etwa Hitzewallungen, beobachten.
Menopause: Der Zeitpunkt, an dem eine Frau seit 12 Monaten keinen Menstruationszyklus mehr hatte
Postmenopause: das Stadium, in dem sich Frauen nach dem Eintreten der Menopause befinden. Auch wenn einige Wechseljahresbeschwerden nachlassen können, bleiben Körperveränderungen wie Gewichtszunahme häufig bestehen und können ein Gesundheitsrisiko darstellen.
Im nächsten Abschnitt schauen wir uns Perimenopause und Postmenopause genauer an, weil sie eine wichtige Rolle für die Gesundheit jeder Frau spielen.
Perimenopause
Die Perimenopause ist eine physiologische Phase, in der die Eierstöcke weniger des Hormons Östrogen freisetzen. Östrogen ist ein weibliches Sexualhormon, das vor allem für die Regulation des Menstruationszyklus bekannt ist. Es erfüllt jedoch zahlreiche weitere biologische Funktionen, etwa die Erhaltung der Knochengesundheit, mit denen viele Menschen weniger vertraut sind.
Niedrigere Östrogenspiegel können die Wahrnehmung von Hunger und Sättigung beeinflussen. Insbesondere:
Östrogen ist an der Regulation appetitregulierender Hormone wie Leptin und Ghrelin beteiligt.
Wenn der Östrogenspiegel sinkt, kann diese Regulation gestört werden, sodass es schwieriger werden kann, das Gewicht zu kontrollieren
Während der Wechseljahre verändert sich häufig auch die Fettverteilung: Viele Frauen berichten von einer Zunahme des Körperfetts, vor allem im Bauchbereich (viszerales Fett). Eine Zunahme des viszeralen Fettgewebes kann ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen.
Weitere Faktoren können die Erfahrungen in der Perimenopause verstärken und einen Teufelskreis auslösen. Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Müdigkeit können die Aufrechterhaltung gesunder Gewohnheiten erschweren, die für die Hormonregulation und die Gewichtskontrolle wichtig sind.
Wichtig ist: Die Erfahrungen mit Menopause und Perimenopause sind sehr individuell. Manche Frauen haben nur wenige oder gar keine Beschwerden, andere erleben mehrere Symptome.
Postmenopause
Die Postmenopause ist die Lebensphase nach der Menopause. Die Veränderungen, die der Körper während der Perimenopause und Menopause durchläuft, wie etwa eine Gewichtszunahme, können Frauen auch langfristig beeinflussen.
In der Postmenopause produziert der Körper nur noch sehr wenig Östrogen, was erhebliche Auswirkungen haben kann. Östrogen trägt auch zur Regulierung des Blutlipidprofils bei: Es hilft, den LDL‑Cholesterinspiegel („schlechtes“ Cholesterin) zu senken und das HDL‑Cholesterin („gutes“ Cholesterin) zu erhalten. Sinkende Östrogenspiegel können deshalb mit einem Anstieg des schädlichen LDL‑Cholesterins einhergehen, was das kardiovaskuläre Risiko erhöht.
Sich Unterstützung holen
Obwohl es sich um eine natürliche Lebensphase handelt, die alle Frauen betrifft, werden Stigmatisierung und Missverständnisse oft mit der Menopause in Verbindung gebracht, was dazu führen kann, dass betroffene Frauen zögern, Unterstützung zu suchen. Auch Adipositas kann zur Vermeidung wichtiger medizinischer Gespräche beitragen, weil Übergewicht ebenfalls stigmatisiert wird. Wenn während der Menopause körperliche Veränderungen auftreten und Sie deren Auswirkungen auf Ihre Gesundheit angehen möchten, kann eine fachärztliche Beratung unterstützen.
CH26OB00010_02/2026
War das für Sie wertvoll?
Verwandte Artikel
5 min. Lesezeit
Was ist der BMI?
The Body Mass Index (BMI) classifies underweight, overweight, and obesity in adults based on their height and weight.
Eine Studie ergab, dass eine Gewichtszunahme von über 3,5 kg in den Wechseljahren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) im Vergleich zu Frauen, die nicht in den Wechseljahren waren, um bis zu 27 % erhöhen kann.
Klartext: 10 Fragen, die Sie Ihrem Arzt stellen können
Diese zehn Fragen können helfen, einen Dialog zu beginnen und die ersten Schritte zu ergreifen, um zu verstehen, welche Behandlungsoptionen für das Gewichtsmanagement verfügbar sind.